Außerklinische Intensivpflege

1:1-Häusliche/außerklinische Intensivpflege – was bedeutet das?

Im Rahmen der außerklinischen Intensivpflege werden Betroffene in der Regel 24 Stunden am Tag im eigenen Zuhause und nicht in der Klinik (häusliche Intensivpflege) von examinierten Pflegefachkräften gepflegt, versorgt und betreut. Die Begrifflichkeit 1:1-Intensivpflege zielt dabei auf den Patientenschlüssel von 1 zu 1 ab: eine examinierte Pflegefachkraft versorgt eine Kundin oder einen Kunden. Die zu pflegenden Personen sind häufig beatmet und/oder tracheotomiert.  

Was versteht man unter Heimbeatmung? 

Zentraler Bestandteil der häuslichen Intensivpflege ist die Heimbeatmung. Viele unserer Kundinnen und Kunden wurden aus der Klinik entlassen, sind aber aufgrund temporärer Störungen des Nervensystems auf maschinengestützte Beatmung angewiesen. Diese Beatmung wird von den examinierten Pflegefachkräften überwacht. Die Beatmung kann invasiv oder nicht-invasiv sichergestellt werden.

Wie wird die Intensivpflege finanziert?

Die Kostenübernahme für die häusliche Intensivpflege erfolgt durch die Kranken- und Pflegekassen und untergliedert sich in Kosten für die Grundpflege, die Behandlungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung. 

Welche Krankheitsbilder existieren in der häuslichen Intensivpflege?

  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Diese nicht heilbare Krankheit führt mittels Degeneration der Motorik zu einem erhöhten Muskeltonus (spastische Lähmung).
  • Muskeldystrophien: Diese erblich bedingte Muskelerkrankung zeigt sich in Form von Muskelschwäche und -schwund. Muskeldystrophien unterscheiden sich in der Art des Erbgangs, der hauptsächlich betroffenen Körperregionen des Erkrankungsalters und des Verlaufs.
  • sind durch Mutationen im Erbgut verursachte Muskelerkrankungen. Diese zeigen sich in Form von Muskelschwäche und Muskelschwund.
  • Beim Wachkoma bzw. vegetativen Zustand ist der Betroffene zwar nicht mehr bei Bewusstsein, zeigt jedoch teilweise Reflexe, Bewegungen und Abläufe eines wachen Menschen. Das führt dazu das Wachkomapatienten nicht zwingend an Geräte gebunden sind. Trotzdem besitzen sie eine Harn- und Stuhlinkontinenz und müssen künstlich ernährt werden.
  • Neben diesen drei typischen Krankheitsbildern versorgen wir ebenso Patienten, die tracheotomiert sind, an Hirnschädigungen, Lungenerkrankungen, Querschnittslähmungen, Critical-Illness-Syndrom, Gendefekten, Stoffwechselerkrankungen sowie an neuromuskulären und neurologischen Erkrankungen leiden.